Spätsommer rassistischer Hetze

Der Spätsommer der rassistischen Hetze begang im Juli in Berlin-Hellersdorf und wurde direkt nach Duisburg-Rheinhausen weitergetragen. Eine Serie teils lebensbedrohlicher folgte:
Am 16. August wurde die Luckenwalder Flüchlingsunterkunft mit einem Brandsatz beworfen. Genau einen Monat später wurde ebenfals in Brandenburg ein Brandanschlag im Premnitz verübt.
Im thüringischen Greiz-Pohlitz marschieren seit Anfang September wöchentlich Rassistinnen und Rassisten mit Fackeln und Geschrei zu dem lokalen Flüchlingsheim.
Im Oktober nimmt die Taktung der Brandanschläge zu. Am 7. Oktober wir in Güstrow (Meck-Pom) ein weiteres Flüchtlingsheim angegriffen.
Zwei Tage später erreichen die Anschläge auch „WestDeutschland“: In Duisburg wird ein von Roma-Familien bewohntes Haus angezündet. In Gmünden (Bayern) brennt es am 17. Oktober und zwei Tage später in Baden-Württemberg.
Zeitgleich zogen in Sachsen 800 Menschen , von der NPD organisiert, zu dem der Schneeberger Flüchtlingsunterkunft.
Vor drei Tagen (21. Oktober) wurde vorerst der letzte Brandanschlag auf ein Roma-Zentrum in Oldenburg verübt.

Wir forden alle auf rassistischer Hetze zu widersprechen und Nazis und „besorgte Bürger“ wo immer sie mit Fackeln und Fähnchen auftauchen, von der Straße zu treten. Bevor auch in Darmstadt und Umgebung Heime brennen.

Schwarze Scharen in Göppingen

In Göppingen sind AntifaschistInnen auf Nazigelände eingedrungen und haben diverse „interessante Dinge“ gefunden.

Auf den Staat und seine Schläger ist im Kampf gegen den Faschismus keinerlei Hilfe zu erwarten. Organisiert euch! Trefft die Nazis wo es weh tut! Auch in Darmstadt und Umgebung nehmen ihre Aktivitäten zu.
Schwarze Scharen 1939

„Die Freiheit“ gibt auf

Die rassistische Kleinstpartei „Die Freiheit“ verkündete am 30. September, dass sie künftig zu Gunsten der bei der Bundestagswahl knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterten „Alternative für Deutschland“ auf die Teilnahme an Europa-, Bundes- und Landtagswahlen verzichten werde.
Der Bundesvorsitzende René Stadtkewitz begründete den Schritt damit, dass die „Ziele der AfD“ sich „zu min. 90%“ mit denen der „Freiheit“ decken und dass diese Ziele „von der AfD aufgegriffen und fortgesetzt“ würden.
Das Wahlergebnis der, bei vielen Nazis beliebten, AfD hat die Parteilandschaft des rechten Spektrums erschüttert und bei allen „klassischen Nazi-Parteien“ (NPD, REP, pro… ) zu Teils heftigen Stimmverlusten geführt. Die AfD hat zwar vorläufig einen Aufnahmestop von „Die Freiheit“-Mitgliedern verhängt, könnte aber, wenn weitere Kleinparteien „der Freiheit“ folgen, zu einer starken rechtspopulistischen Einheitspartei werden.
Auch wenn die Fahnen des Packs jetzt blau und harmlos aussehen, gilt es sie ebenso entschlossen zu stoppen wie NPD und freie Kameradschaften. Keine Strukturen für Nazis, weder hier noch sonstwo!

From Dublin to Athen

Gestern (21.09.2013) versammelten sich über 70 Antifaschist_innen in Dublin auf der O’Connel Street. Tragischer Anlass für diese Gedenk-Kundgebung ist die Ermordung des Antifaschisten und Musikers Pavlos Fyssas (auch bekannt als Killah P).

Der 34- Jährige wurde zusammen mit 3 Freund_innen in der Nacht vom 17.09 auf 18.09 zuerst von a. 15-20 Nazis gejagt, bis es diesen gelang, der Gruppe den Weg abzuschneiden. Anschließend traf ein weiterer Nazi ein, der Pavlos mit einem Messer jeweils einmal in den Bauch sowie in das Herz stach. Aufgrund dieser Verletzungen starb Pavlos im Krankenhaus. Die umstehende Polizei griff erst ein, nachdem fast alle Nazis fliehen konnten. Der Mörder, der Mitglied der Neonazistischen Partei „Die Goldene Morgenröte“ ist, wurde verhaftet. Mehr Informationen zu dem Fall gibt es auf linksunten.

In Dublin versammelte sich nach einem spontanen Aufruf der AFA Ireland (AntiFacist Action) über 70 Menschen. Mithilfe von Bannern und selbst gedruckten Bildern wurde auf den Fall aufmerksam gemacht und an Pavlos Fyssas erinnert.

Wut im Bauch, Trauer im Herzen – Kein Vergeben, kein Vergessen

Yesterday (21.09.2013) about 70 antifacists gathered in Dublin at O‘Connel Street to remember of Pavlos Fyssas. The 34 years old greek antifacist and musician (known as Killah P) was murdered by a member of the greek nazi party „Golden Dawn“. Pavlos and his friends were pursued by 15-20 nazis, which could stop then. Then another nazi showed up and stabbed Pavlos 2 times. The police only arrested the murderer, the other nazis were able to escape.
The irish antifacist had banners and selfmade signs to call attention to the case and to rember Pavlos.

Wie der Wahlschein einen Anschein von Souveränität heuchelt

Wieder ist Wahl und wieder werden alle Bürgerinnen und Bürger dazu
angehalten ihre Stimme abzugeben. Richtig ABZUGEBEN nicht zu NUTZEN!
Die ASJ-LSD ruft dazu auf nicht reflexartig ins Wahllokal zu rennen, sondern sich ernsthaft mit den Alternativen zur repressiven Demokratie und ihrem Bruder, dem Kapitalismus,auseinander zu setzen und diese gemeinsam in Schule, Uni, Arbeit und zu Hause umzusetzen.

Wir kritisieren keine einzelnen Parteien, da das gesamte System mit uns spielt.

Die Parteien selbst verwenden gerade im Wahlkampf enorm viel Energie darin, andere Parteien zu kritisieren. In vielen Fällen zu Recht, jedoch würden wir gar nicht mehr fertig werden, wenn wir jetzt auch damit anfangen würden. Abgesehen von vielen mehr oder weniger direkt abzulehnende Beschlüsse und Reformen, wie Entscheidungen zur Kriegsführung, die Hartz IV Gesetzgebung, etc. lehnen wir generell das
StellvertreterInnenprinzip ab.Somit für uns ist die parlamentarische Demokratie keine Option, da einzelene Bedürfnisse keine Berücksichtigung finden und generell die Mehrheit (trotz der vielgelobten „Herrschaft der
Mehrheit“…) unzufrieden mit den Zuständen hier ist.

Ungültig wählen, Stimmzettel aufessen, verbrennen …?

Bei diesen Optionen fragen sich viele Menschen „was bringts?“. Andersrum die Frage: was bringts zu wählen? Ebenso wenig! Besten Falls ändern sich einzelne Gesetze, die ungerechten gesellschaftlichen Strukturen jedoch nie. Keine Partei kann, unter gegeben Umständen, Mittel gegen Armut, Verelendung, Diskriminierung, Ausbeutung (sei es hier oder in krasseren Formen in anderen Teilen der Welt), Überarbeitung bieten. Denn diese Aspekte sind alle grundlegende Bestandteile des kapitalistischen
Systems, und es gibt kein Wahlzettel auf dem man das kapitalistische System abwählen kann; graduelle Veränderungen sind zwar machbar, jedoch keine grundlegenden.

Zurück zum Wahlzettel: wer denkt, mit dem Gang zur Wahlurne eine große politische Aktivität zu äußern, irrt sich. Das ist zwar die Idee, die durch den personalisierten Wahlschein vermittelt werden soll, jedoch verändern sich die eigenen Lebensbedingungen kaum. Wer Hartz IV bekommt, hat vielleicht „Glück“ durch eine Reform mit einem Euro siebenundzwanzig mehr pro Monat in der Tasche „belohnt“ zu werden oder wer als ArbeiterIn auf einmal den Mindestlohn bekommt, fühlt sich bei der Anhebung vom Minimum auf ein bisschen mehr Minimum gut beschenkt und gleich viel weniger ausgebeutet, jedoch bleibt für viele Menschen weiterhin die Angst, die eigene Miete nicht mehr zahlen zu können oder im Krankheitsfall sich nicht genügend um das eigene Kind kümmern zu können.

Bundestagswahl ist alle vier Jahre, das Leben fragt aber jeden Tag, jede Minute nach wichtigen Entscheidungen — und wer kann sie treffen, wenn nicht wir selbst?

Anarchistische Theorien bieten viele alternative Ansätze, wie eine freie Gesellschaftohne eine Parlamentarische Demokratie organisiert werden könnte. So vielfältig die Bewegung mit all ihren Strömungen und Ideen ist, so sind es auch die Lösungsansätze…

Gebe deine Stimme nicht ab, erhebe sie!
Organisier dich!
Erkämpfe ein menschenwürdiges Leben für Alle!

Antifaschistische Demonstration in Biblis

In Biblis haben heute ca. 150 Antifaschist_innen gegen nationalsozialistische und faschistische Strukturen demonstriert. Grund dafür sind die Aktivitäten der „Freien Liste Biblis“, die von dem der NPD nahestehenden Vorsitzenden Hans-Peter Fischer angeführt wird (genauere Informationen zu Fischer und der FLB hier: http://de.indymedia.org/2013/04/343918.shtml). Fischer tritt häufig in Verbindung mit den „Nationalen Sozialisten Ried“ auf, deren Graffitis und Parolen in der ganzen Stadt zu finden sind. Die Präsenz nationalsozialistischer Graffitis ist bezeichnend für die Verhältnisse vor Ort und die Ohnmacht oder Unfähigkeit der Lokalpolitik.
Die Forderungen der Demonstrierenden richteten sich an die Stadt Biblis, ihre „versprochene“ Politik in die Tat umzusetzen und rechte Strukturen zu benennen und zu bekämpfen. Unter dem Motto „Es gibt kein ruhiges Hinterland“ wurden die Menschen vor Ort aufgefordert und ermutigt sich aktiv einzubringen, um fremdenfeindliche und menschenverachtende Politik zu unterbinden und ein aufgeschlossenes Miteinander zu ermöglichen.
Dass es nötig ist, sich gegen die schon längst bestehenden Strukturen zu wehren, haben immer wieder an der Demonstration auftauchende Neonazis bewiesen. Diese versuchten die Demonstrant_innen zu fotografieren. Die so genannte „Anti-Antifa Arbeit“ dient dazu, die politischen Gegner der Neonazis zu identifizieren. Es gab schon öfters Fälle, in denen die Namen (vermeintlicher) Antifaschist_innen im Internet auf Neonazi Seiten veröfftlicht wurden. Betroffene Personen wurden anschließend bedroht oder es gab Anschläge auf deren Wohnungen.
Deutlich zu kritisieren ist auch das Verhalten der Polizei. Taschenkontrollen im vorgefallenen Ausmaß sind nichts weiter, als Schikane und die Konfiszierung generell erlaubter Gegenstände, bloße Repressalien. Der Einsatz von Beamten in Zivil wirft außerdem die Frage auf, ob die Polizei eine antirassistische Veranstaltung gefährlicher Einstuft als bekennende Neonazis.
Festzuhalten bleibt, dass es antifaschistischen Engagements bedarf, um die in der Bevölkerung verankerten rassistischen Überzeugungen aufzubrechen und zu überwinden.
Wir hoffen, diese Demonstration hat einen weiteren Anstoß dazu gegeben und als Weckruf für die letharge Lokalpolitik gedient. Faschismus und rassistische Ideologie muss in allen Bereichen des Lebens bekämpft werden.