Wie der Wahlschein einen Anschein von Souveränität heuchelt

Wieder ist Wahl und wieder werden alle Bürgerinnen und Bürger dazu
angehalten ihre Stimme abzugeben. Richtig ABZUGEBEN nicht zu NUTZEN!
Die ASJ-LSD ruft dazu auf nicht reflexartig ins Wahllokal zu rennen, sondern sich ernsthaft mit den Alternativen zur repressiven Demokratie und ihrem Bruder, dem Kapitalismus,auseinander zu setzen und diese gemeinsam in Schule, Uni, Arbeit und zu Hause umzusetzen.

Wir kritisieren keine einzelnen Parteien, da das gesamte System mit uns spielt.

Die Parteien selbst verwenden gerade im Wahlkampf enorm viel Energie darin, andere Parteien zu kritisieren. In vielen Fällen zu Recht, jedoch würden wir gar nicht mehr fertig werden, wenn wir jetzt auch damit anfangen würden. Abgesehen von vielen mehr oder weniger direkt abzulehnende Beschlüsse und Reformen, wie Entscheidungen zur Kriegsführung, die Hartz IV Gesetzgebung, etc. lehnen wir generell das
StellvertreterInnenprinzip ab.Somit für uns ist die parlamentarische Demokratie keine Option, da einzelene Bedürfnisse keine Berücksichtigung finden und generell die Mehrheit (trotz der vielgelobten „Herrschaft der
Mehrheit“…) unzufrieden mit den Zuständen hier ist.

Ungültig wählen, Stimmzettel aufessen, verbrennen …?

Bei diesen Optionen fragen sich viele Menschen „was bringts?“. Andersrum die Frage: was bringts zu wählen? Ebenso wenig! Besten Falls ändern sich einzelne Gesetze, die ungerechten gesellschaftlichen Strukturen jedoch nie. Keine Partei kann, unter gegeben Umständen, Mittel gegen Armut, Verelendung, Diskriminierung, Ausbeutung (sei es hier oder in krasseren Formen in anderen Teilen der Welt), Überarbeitung bieten. Denn diese Aspekte sind alle grundlegende Bestandteile des kapitalistischen
Systems, und es gibt kein Wahlzettel auf dem man das kapitalistische System abwählen kann; graduelle Veränderungen sind zwar machbar, jedoch keine grundlegenden.

Zurück zum Wahlzettel: wer denkt, mit dem Gang zur Wahlurne eine große politische Aktivität zu äußern, irrt sich. Das ist zwar die Idee, die durch den personalisierten Wahlschein vermittelt werden soll, jedoch verändern sich die eigenen Lebensbedingungen kaum. Wer Hartz IV bekommt, hat vielleicht „Glück“ durch eine Reform mit einem Euro siebenundzwanzig mehr pro Monat in der Tasche „belohnt“ zu werden oder wer als ArbeiterIn auf einmal den Mindestlohn bekommt, fühlt sich bei der Anhebung vom Minimum auf ein bisschen mehr Minimum gut beschenkt und gleich viel weniger ausgebeutet, jedoch bleibt für viele Menschen weiterhin die Angst, die eigene Miete nicht mehr zahlen zu können oder im Krankheitsfall sich nicht genügend um das eigene Kind kümmern zu können.

Bundestagswahl ist alle vier Jahre, das Leben fragt aber jeden Tag, jede Minute nach wichtigen Entscheidungen — und wer kann sie treffen, wenn nicht wir selbst?

Anarchistische Theorien bieten viele alternative Ansätze, wie eine freie Gesellschaftohne eine Parlamentarische Demokratie organisiert werden könnte. So vielfältig die Bewegung mit all ihren Strömungen und Ideen ist, so sind es auch die Lösungsansätze…

Gebe deine Stimme nicht ab, erhebe sie!
Organisier dich!
Erkämpfe ein menschenwürdiges Leben für Alle!