IVI & Mainusch bleiben! – Und alle anderen Freiräume!

Solidaritätserklärung der „Libertäre SozialistInnen Darmstadt“
für das „Institut vergleichender Irrelevanz“ und das Haus Mainusch.

Das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (IvI) ist seit der Besetzung des leer stehenden Institutsgebäudes im Jahr 2003 im Kettenhofweg 130
ein zentraler Bestandteil der linken Stadtkultur Frankfurts. Hier
treffen sich autonom organisierte Lesekreise, es finden Vorträge,
Tagungen, Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen und Partys statt.
Zuletzt beherbergte das IvI zwei umfangreiche Studienbibliotheken mit
teilweise unersätzlichen Archivbeständen. Jedes Semester organisiert das
IvI die „Gegen-Uni“, eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Workshops
und Filmvorführungen zu verschiedensten Themen wie Feminismus, Utopie
oder Sexualität.

Es stellt somit einen einmaligen Knotenpunkt kapitalismuskritischer
Politik, alternativer Kunst und Kultur und kritischer Wissenschaft in Frankfurt linksdar,
der nicht nur Studierenden, sondern Interessierten aus allen sozialen
Milieus offen steht und von ihnen genutzt und gestaltet wird. Es diente
darüber hinaus zahlreichen Personen, die aus unterschiedlichen Gründen
angesichts der schwierigen Verhältnisse auf dem Frankfurter
Wohnungsmarkt keine Wohnung fanden, als temporäre oder dauerhafte Bleibe.

Wir rufen alle Menschen dazu auf sich der skandalösen Politik der „Franconofurt“ entgegenzustellen und die Studierenden, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen des IvIs zu Unterstützen wo nur irgend möglich.

Freiräume wie das IvI bilden die einzige Möglichkeit Theorien,
auszuprobieren, verbessern und Praxis werden zu lassen. Denn im
Stakkatotakt, der Verwertungslogik dieser Gesellschaft, gibt es für
transzendenten Fortschritt keinen Platz. Doch nicht nur in Frankfurt
wird eine Insel der Freiheit angegriffen. Nein, von Berlin im hohen
Norden bis Lörrach im tiefen Süden werden linke Strukturen bedroht und
versucht diese zu Zerschlagen.

Auch das Haus Mainusch in Mainz ist aktuell bedroht. Das selbstverwaltete Zentrum besteht seit fast 25 Jahren auf dem Campus der Uni Mainz und hat nun von der Unileitung den Mietvertag gekündigt bekommen. Das Haus ist das einzige in Mainz in Umgebung, der Raum für unkommerziele Kultur, Partys, Konzerte und politische Vortäge. Außerdem bietet es einen Schutzraum vor Machtstrukturen unserer Gesellschaft und vor Diskriminierungen, wie (Homo)Sexismus, Rassismus und Antisemitismus.
Deshalb muss das Haus und damit der Freiraum erhalten bleiben!

Gegen das Konstrukt von Wohnungsmarkt und Mieten! Lasst euch diesen Scheiß nicht bieten!