Archiv für Juni 2012

IVI & Mainusch bleiben! – Und alle anderen Freiräume!

Solidaritätserklärung der „Libertäre SozialistInnen Darmstadt“
für das „Institut vergleichender Irrelevanz“ und das Haus Mainusch.

Das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (IvI) ist seit der Besetzung des leer stehenden Institutsgebäudes im Jahr 2003 im Kettenhofweg 130
ein zentraler Bestandteil der linken Stadtkultur Frankfurts. Hier
treffen sich autonom organisierte Lesekreise, es finden Vorträge,
Tagungen, Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen und Partys statt.
Zuletzt beherbergte das IvI zwei umfangreiche Studienbibliotheken mit
teilweise unersätzlichen Archivbeständen. Jedes Semester organisiert das
IvI die „Gegen-Uni“, eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Workshops
und Filmvorführungen zu verschiedensten Themen wie Feminismus, Utopie
oder Sexualität.

Es stellt somit einen einmaligen Knotenpunkt kapitalismuskritischer
Politik, alternativer Kunst und Kultur und kritischer Wissenschaft in Frankfurt linksdar,
der nicht nur Studierenden, sondern Interessierten aus allen sozialen
Milieus offen steht und von ihnen genutzt und gestaltet wird. Es diente
darüber hinaus zahlreichen Personen, die aus unterschiedlichen Gründen
angesichts der schwierigen Verhältnisse auf dem Frankfurter
Wohnungsmarkt keine Wohnung fanden, als temporäre oder dauerhafte Bleibe.

Wir rufen alle Menschen dazu auf sich der skandalösen Politik der „Franconofurt“ entgegenzustellen und die Studierenden, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen des IvIs zu Unterstützen wo nur irgend möglich.

Freiräume wie das IvI bilden die einzige Möglichkeit Theorien,
auszuprobieren, verbessern und Praxis werden zu lassen. Denn im
Stakkatotakt, der Verwertungslogik dieser Gesellschaft, gibt es für
transzendenten Fortschritt keinen Platz. Doch nicht nur in Frankfurt
wird eine Insel der Freiheit angegriffen. Nein, von Berlin im hohen
Norden bis Lörrach im tiefen Süden werden linke Strukturen bedroht und
versucht diese zu Zerschlagen.

Auch das Haus Mainusch in Mainz ist aktuell bedroht. Das selbstverwaltete Zentrum besteht seit fast 25 Jahren auf dem Campus der Uni Mainz und hat nun von der Unileitung den Mietvertag gekündigt bekommen. Das Haus ist das einzige in Mainz in Umgebung, der Raum für unkommerziele Kultur, Partys, Konzerte und politische Vortäge. Außerdem bietet es einen Schutzraum vor Machtstrukturen unserer Gesellschaft und vor Diskriminierungen, wie (Homo)Sexismus, Rassismus und Antisemitismus.
Deshalb muss das Haus und damit der Freiraum erhalten bleiben!

Gegen das Konstrukt von Wohnungsmarkt und Mieten! Lasst euch diesen Scheiß nicht bieten!

Elektroschocktherpaie

Wir laden herzlichst zur Therapiesitzung!
Also kommt ihr Elektro&Minimal Wahnsinnigen und erfreut euch an einer betörenden Nacht mit uns in der Oetinger Villa!

Beginn: 22.00 Uhr
Eintritt: 4 €, über Solispenden freuen wir uns :)
Die Einnahmen dienen unseren Aktionen und bei Bedarf auch für Repressionskosten.

Anwesende Doktoren:

Sam Cox
Klangreiter
Domi&Jan alias „J.D“
St4rScr3am

Wir freuen uns auf euch und bringt eure Freund_innen mit :)

elektroschockflyer

War starts here – Infoveranstaltung

Am 11. Juni präsentieren wir euch eine Infoveranstaltung in der Oetinger Villa zu dem War starts here Camp.
Los geht es um 20.00 Uhr, ab 19.00 findet die Vokü statt.
Zuerst wird ein kurzer Film gezeigt, danach gibt es in einem Vortrag mehr Infos zum Thema & Camp. Anschließend wird es noch Möglichkeiten zur Diskussion geben.

Internationales Camp am GefechtsÜbungsZentrum Altmark vom 12. bis zum 17. September 2012.

Auf dem GÜZ, einem 233 qkm großen Gelände zwischen Magdeburg und Salzwedel, üben alle Bundeswehr- und KFor-Einheiten, die nach einem 14-tägigen Training direkt zu Auslandseinsätzen nach Afghanistan oder in den Kosovo geschickt werden.

Terrorismusbekämpfung, Riot-Control, Boden-Gefechtsübungen, etc. werden in nachgebauten Dörfern mit nachgestellten Szenen und Schauspielern simuliert und trainiert. In diesem Jahr soll mit dem Ausbau einer Übungsstadt begonnen werden, die mit ca. 500 Häusern, Slums, Industriegebieten, U-Bahn-Tunneln, etc. der optimalen Vorbereitung auf die urbane Aufstandsbekämpfung dient. Die militärische Begründung dazu, Konflikte werden sich zukünftig in Städten abspielen.

Das GÜZ steht als private Dienstleistung von Rheinmetall und Co. auch den gesamten NATO-Staaten und European Gendarmerie Forces zur Verfügung. Am GÜZ manifestieren sich für uns die zukünftigen neokolonialen Strategien der NATO für neue Rohstoff- und Nahrungsmittelabsicherung für den Norden, Angriffskriege, Bekämpfung von Unruhen, Aufständen und Migrationen als Folge von Armut, Klimakatastrophen, etc., die vernetzte Sicherheit und die zivil-militärische Zusammenarbeit.

Wir wollen auf diesem Camp Aktivist_innen aus verschiedenen Strömungen und verschiedenen Ländern zusammenbringen, denn wir brauchen ein gemeinsames Verständnis der aktuellen Situation von der an Tempo zulegenden Militarisierung der Gesellschaften. Um tatsächlich effektiven Widerstand im-und-gegen-und-über-den-Krieg-hinaus aufzubauen, gilt es in Wort und Tat zu begreifen, womit wir es bei den „neuen“ Kriegen zu tun haben. Wie breitet sich die Logik des Krieges derzeit aus, wer arbeitet daran auf welchen Ebenen und mit welchen Zielen? Klar ist: hinter den Kulissen wird daran gearbeitet und zwar fieberhaft.

Mehr Infos zu dem Camp gibt es hier.