Demo für ein selbstverwaltetes Jugen- und Kulturzentrum

Wir unterstützen das Anliegen des Jukuz Bensheim e.V.
Her mit dem Jugend- und Kulturzentrum
… sofort!

Am 19.03. um 16:00 Uhr veranstalten wir eine Demonstration in Bensheim gegenüber dem Bahnhof auf dem Sparkassenvorplatz.

Am 16.03. findet im Alten Faktoreikeller (ebenfalls Bensheim) eine Info- und Mobilisierungsveranstaltung zur Demo am 19. (s.o.) Es wird einen Inputvortrag über selbstverwaltete Jugendzentren im Saarland geben. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Hier der Aufruf für die Demo (&Infoveranstaltung):

Stadt Bensheim

Das Bensheimer Stadtbild ist geprägt von jungen Menschen, die dort wohnen, tagtäglich nach Bensheim pendeln, um eine der vielen weiterführenden Schulen zu besuchen oder dort auch ihre Freizeit verbringen. Doch außer dem sogenannten Juz am Bahnhof gibt es hier wenig offene Treffpunkte für diese über 10000 Schüler_innen. Dieses, von der Stadt verwaltete Juz, ist jedoch auf eine Zielgruppe unter 15 Jahren ausgelegt und bietet darüber hinaus keine Möglichkeit zur Mitgestaltung. Außerdem stellt dieser Raum aufgrund seiner Aufmachung und seines Standorts eine unattraktive Lösung dar, weshalb er auch selten genutzt wird. Diverse Kneipen und schicke Cafés zieren zwar das Stadtbild,doch sind diese oftmals nicht im Rahmen des Budgets der Jugendlichen. Diese Form von Konsumzwang bestimmt die Art und Weise, wie der Nachmittag gestaltet wird.
Partylocation und Jgendforum

Thorsten Herrmann, Bürgermeister der Stadt Bensheim (CDU) und Matthias Schimpf, Stadtrat der Grünen Liste Bensheim, luden zwischen 2007 und 2010 zu verschiedenen Jugendforen ein, bei denen die Bedürfnisse der Bensheimer Jugendlichen zum Ausdruck kommen sollten. Über einen Zeitraum von zwei Jahre hinweg wurde während dieser Treffen über ein Jugendzentrum diskutiert.

Im Laufe der Diskussion wurde von Herrn Schimpf und der »Jungen Union Bensheim« der Vorschlag für eine Partylocation in Bensheim eingebracht. In einer Art städtischen Diskothek sollten Jugendliche gelegentlich feiern dürfen. Um die Kosten für so eine Ort möglichst gering zu halten, sollten keine Pädagog_innen eingestellt, nicht einmal ein pädagogisches Konzept erarbeitet werden. Es ist also nicht verwunderlich, dass dieser verkürzten Vorschlag nach einen halben Jahr aus den Planungen verschwand. Weitere Jugendforen fanden nach dem Scheitern dieser Gespräche aus uns unbekannten Gründen nicht mehr statt.
Dialog als Waffe

Scheinbare Partizipationsmöglichkeiten wie die sogenannten »Jugendforen« werden gerne von Bürgmeister_innen und Stadtverordnet_innen genutzt, um ihre Bürger_innenähe auch für Jugendliche darzustellen. Häufig dienen diese allerdings nicht dazu die Meinungen der Jugendliche in das politische Geschehen der Stadt einzubinden, sondern lediglich als Legitimation für die städtische Jugendpolitik. Der Bürger_innen und der Öffentlichkeit wird auf diese Weise vermittelt, dass es keine Probleme für Jugendliche gibt.

Partizipation von Jugendlichen sollte ernst gemeint sein. Jugendliche brauchen Zeit, Raum und Verantwortung, um ihre Interessen artikulieren zu können. Es ist logisch dass Jugendliche wenige Möglichkeiten haben ihre Wünsche ernsthaft zu äußern, wenn es offensichtlich ist, dass die Stadt eigentlich kein ernsthaftes Interesse an ihren Ansichten und Bedürfnissen hat.
Forderungen

Wir wollen nicht länger hin gehalten werden. Seit über 10 Jahren gibt es kein geeignetes Jugendzentrum in Bensheim. Daher soll schnellst möglich ein Objekt gefunden werden, dass zu einem Jukuz umgebaut wird. Dies soll eine städtische Grundfinanzierung erhalten. Für genauso wichtig erachten wir, dass das Jukuz in Selbstverwaltung organisiert wird. Wir wollen selbst bestimmen wie das Leben in diesen Räumen gestaltet wird.

Wir wollen ein Jugendkulturzentrum, in dem Freizeit ohne Konsumzwang möglich ist. In letzter Konsequenz ist uns wichtig zu betonen, dass der Diskurs um ein Jugendzentrum als bestes Beispiel dafür dienen kann, dass die Bedürfnisse der Jugendlichen in Bensheim täglich untergraben werden. Daher fordern wir, dass wirkliche Partizipationsmöglichkeiten geschaffen werden, in denen Jugendlichen selbstorganisiert ihre Interessen äußern können.